Freitag, 3. Februar 2017

Schreiben gegen die Leere im Kopf

dig it!media - Speedwriting
Kennen Sie das auch – Sie müssen ein Konzept ausarbeiten, eine Idee entwickeln. Und das möglichst bis „vorgestern“. Aber ausgerechnet jetzt herrscht im Kopf gähnende Leere. Das Warten auf die zündende Idee – vergeblich.Im Team ist das nicht ganz so schlimm. Es ist kaum zu erwarten, dass alle auf ein leeres Blatt Papier starren und nur die Murmel im Hirn hohl hin und her rollen hören.

Zudem gibt es unterschiedliche Konzepte um neue Ideen im Team zu entwickeln.Aber als Einzelkämpfer sitzt du da, siehst den Heuballen über die Wüstenstraße fliegen, suchst nach der Türe, die aus der Einöde in bewohntes Gebiet zurückführt. Auf den berühmten Geistesblitz unter der Dusche oder auf der Toilette kann man sich auch nicht immer verlassen.

In genau dieser Situation befand ich mich, als ich, eher zufällig, auf das Buch von Mark Levy „Accidental Genius“ gestoßen bin. Seine Idee: Schreiben!Mit dem sogenannten Speedwriting, also dem Schnellschreiben, soll das Hirn zum „Freidenken“ aufgefordert werden. Praktisch ausgedrückt: Du schickst dein Hirn raus zum Spielen und schreibst auf, was es dabei so macht. Klingt verrückt, funktioniert aber ausgesprochen gut.

In einem ersten Selbstversuch habe ich in der vorgegebenen Zeit von 10 Minuten fünf Seiten mit meinen Gedanken vollgeschrieben. Ungefiltert und roh.
Das Wichtigste dabei ist, loszulassen. In entspannter Stimmung schreiben. Alles kann passieren, nichts muss. Nach kurzer Zeit ist man im Flow und schreibt wie einem der Schnabel gewachsen ist. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.


Die Kopfhaut beginnt zu kribbeln, ich spüre förmlich wie das Hirn versucht mit der Schreibhand Schritt zu halten. Dabei geht es nicht um die geschliffene Formulierung, Political Correctness darf keine Rolle spielen. Die rohe Gedankenmasse ist es, die zählt.


Selbstverständlich wird dabei auch viel Müll produziert. Aber unter diesen ganzen Schwurbelsätzen findet sich doch der eine oder andere Gedanke, der dich weiterbringt.
Schwierigkeiten bereitet mir lediglich die eigene Schrift, die gelegentlich nicht mehr zu entziffern ist.


Ein Experte im Speedwriting bin ich zwar noch lange nicht, aber die ersten Übungseinheiten machen Lust auf mehr. 

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