Freitag, 22. August 2014

ACCEVOLUTION - Transition Designer - das neue Premiere-Plug-in im Test

Als alter AVID-Cutter bin ich bei der Erstellung von Effekten immer auf gesonderte Programme wie beispielsweise After Effects angewiesen. Mehr oder weniger umständlich muss ich Teile einer Sequenz zuerst exportieren, dann in After Effects importieren, bearbeiten und anschließend rendern, bevor ich die Datei wieder in meinem Schnittprogramm weiterverarbeiten kann. Darin unterscheidet sich AVID aber nicht zu anderen Programmen wie beispielsweise Premiere. 

Anstrengend, ja geradezu nervig wird es, wenn man viele identische Effekte auf unterschiedliche Teile der Sequenz anwenden will. Soll beispielsweise eine besondere Überblendung erstellt werden, ist der Aufwand immens, vor allem dann wenn  mehrere Effekte miteinander kombiniert werden sollen (z.B. Richtungsunschärfe in Kombination mit einer Kreuzblende).

Deshalb war ich sehr gespannt auf den neuen Transition Designer von ACCEVOLUTION. Leider nur für Premiere ab der CC-Version erhältlich, soll das Plug-In die Erstellung von Blenden aller Art zum Kinderspiel machen. Die Installation der Testversion hat problemlos funktioniert. Nach dem Start von Premiere findet sich das Plug-In in der Transitions-Abteilung der Video-Effekte. Per drag and drop wird der Effekt auf die zu überblendenden Schnitte gelegt - und dann fängt der Spaß an.

Die Bedienoberfläche ist überschaubar und sehr intuitiv. Ein Wipe-Effekt von links nach rechts ist zunächst nicht sonderlich spektakulär. Packt man aber noch "feathering" mit rein, entsteht eine wunderbare weiche Blende. Sowohl die Positionierung des "Blendenstarts" als auch verschiedene Optionen "wie helle oder dunkle Bildbereich zuerst", rund oder eckig, schnell oder langsam lassen sich mühelos mit wenigen Mausklicks einstellen. Außerdem kann man z.B. den Wipe-Effekt noch mit einem Blur- und einem Glow-Effekt kombinieren. Vor allem der Glow-Effekt bietet auch gleich noch unzählige Einstell- und Optimierungsmöglichkeiten, wie z.B. unterschiedliche Glow-Verfärbungen für helle und dunkle Bildbereiche, Radius, Intensität, und, und , und... Selbstverständlich können sämtliche Einstellungen als Preset gespeichert werden.

Jeder Cutter, der bisher davon überzeugt war, dass er nur einen harten Schnitt und eine weiche Blende für seine Filme braucht sollte sich mal das Demo-Video unter www.accevolution.de ansehen und sich vom Gegenteil überzeugen lassen.

Ein besonderes Schmankerl soll die Erstellung von Überblendeffekten sein, bei denen man die Blende an sich gar nicht wahrnimmt. Fährt beispielsweise ein Bus formatfüllend durch das Bild,erscheint hinter dem Bus eine völlig neue Szene. Man kennt das z.B. aus der TV-Serie "Sherlock", wo recht exzessiv mit "unsichtbaren" Blenden gearbeitet wird. Möchte man einen solchen Effekt in After Effects erzeugen, muss der Bus zunächst ausgeschnitten  und die Maske anschließend Frame für Frame angeglichen werden. Der Transition Designer soll einen Großteil dieser Aufgaben automatisiert übernehmen. Ich persönlich habe dieses Feature noch nicht getestet, beim Betrachten des Videotutorials scheint  mir das Ganze allerdings trotzdem noch mit einigem Aufwand verbunden zu sein. Nichtsdestotrotz: der Transition Designer von ACCEVOLUTION ist ein hervorragendes Werkzeug zur Erstellung individueller Blenden.

Für 139,00 € bekommt man zusätzlich mehrere hundert freigestellte Handbewegungen für Erklärvideos. Und wenn man bedenkt, wie viel Zeit man dank Transition Designer einpart, geht der Preis vollkommen in Ordnung.

Natürlich werde ich als AVID-Cutter nicht das Schnittsystem wechseln, aber für aufwändige Effekte werde ich künftig wohl zusätzlich zu After Effects auch Premiere mit dem Transition Designer einsetzen.



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