Samstag, 24. November 2018

Videotrends 2019

Ein kleiner Blick in die Glaskugel
Internet ohne Video? Undenkbar. Daran wird sich selbstverständlich auch im kommenden Jahr nichts ändern. Im Gegenteil - Videos werden noch stärker sowohl unser Privatleben als auch die Businesswelt beeinflussen.

AR to go: Wehe wenn sie losgelassen. Datenbrillen werden leichter, stabiler und kompatibler. Das 360 Grad-Erlebnis ist in naher Zukunft nicht mehr nur vom heimischen Computer aus möglich. Entsprechend werden sich sowohl Online-Angebot als auch die technischen Voraussetzungen der Smartphones ändern. Alaska Airlines hat für seine Fluggäste bereits heute Virtual Reality ins Bordprogramm aufgenommen.  Während des Flugs können zahlreiche Filme als 360 Grad-Erlebnis in HD-Qualität genossen werden.

Livestreaming:  Untersuchungen haben gezeigt, dass im Vergleich zu „Videos aus der Konserve“ die Verweildauer bei Liveübertragungen wesentlich länger ist. Virtuelle Live-Messen werden im kommenden Jahr an Bedeutung gewinnen. Auch E-Learning-Plattformen werden Livestreaming in Form virtueller Klassenzimmer verstärkt nutzen.

Suchmaschinenoptimierte Videos: Künstliche Intelligenz und spezielle Algorithmen werden die Auffindbarkeit von Videos nicht mehr nur von Dateibezeichnungen und Inhaltsbeschreibungen abhängig machen. Die Algorithmen werden bald in der Lage sein, vor allem in den Untertiteln nach entsprechenden Keywords zu suchen. Auch die Auswertung der gesprochenen Inhalte wird künftig über die Suchmaschinenplatzierung entscheiden.

Vertikal vs. Horizontal: Die Sehgewohnheiten ändern sich dank Smartphone und Co radikal. Stories auf Facebook und Instagram nutzen bereits heute die gesamte Bildschirmfläche, allerdings im Hochformat. Instagrams IGTV wird in diesem Zusammenhang eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Die wichtigen Bildinhalte müssen also bereits bei der Produktion völlig anders platziert und präsentiert werden.

Content Marketing: Auf den Inhalt kommt es an. Immer mehr, immer individueller, immer anspruchsvoller. Viele Nutzer schauen auf Facebook und YouTube Videos um sich inspirieren zu lassen, neue Trends zu verfolgen oder um sich zu informieren. Die emotionale Ansprache spielt dabei nach wie vor die zentrale Rolle. Die Zuschauer möchten unterhalten werden. Deshalb hat das reine Verkaufsvideo kaum Chancen die Aufmerksamkeit des Internetpublikums zu gewinnen. Content Marketing, also die Vermittlung von Inhalten, wird im kommenden Jahr noch weiter an Bedeutung gewinnen. Das Prinzip des „Ein-Video-Rundumschlags“ hat ausgedient. Um Neukunden zu gewinnen, bedarf es der Entwicklung von individuellen Inhalten. Und zwar auf Augenhöhe mit den Konsumenten. Storytelling wird zur Hauptdisziplin der Marketingprofis.

Montag, 12. Februar 2018

Dropbox Business als Videodatenspeicher - ein Erfahrungsbericht

Der Alptraum - wenn alles plötzlich weg ist



Und plötzlich war alles weg. Ein Software-Update meiner bevorzugten Schnittsoftware hatte vor etwas mehr als einem halben Jahr einfach so entschieden, neben dem Video-Cache auch sämtliche Videodateien zu löschen. Braucht ja keiner mehr. Der Schock saß tief. Projekte im Wert von mehreren 10.000 Euro standen plötzlich auf der Kippe - für mich hätte das den Ruin bedeutet. Warnungen gab es im Vorfeld genug. Sichere deine Daten immer doppelt, eine gespiegelte Festplatte allein reicht nicht aus usw. Jaja, mea culpa, trotz der Dringlichkeit mehrerer Projekte hätte ich das wohl beachten sollen. Hinterher ist man halt immer klüger. Nach dem ersten Schock setzte ich zunächst einmal alles daran, die gelöschten Dateien zu retten. Mit der Wiederherstellungs-Software EaseUs hat das nach zwei schlaflosen Tagen und Nächten auch hervorragend geklappt. Alle Daten waren wieder da, Projekte gerettet, Klappe zu, Affe tot - mitnichten. Zurückgeblieben sind eine tiefe Verunsicherung und der feste Wille, dass mir so etwas nie wieder passieren darf. Bis zum Daten-GAU hatte ich als einzige Sicherheit auf meinem Rechner RAID-Systeme mit gespiegelten Platten installiert. Sollte eine Platte ausfallen, würde ein einfacher Plattentausch für die Wiederherstellung sorgen. Fertiggestellte Projekte wurden und werden immer noch auf ein NAS-System von QNAP ausgelagert. Das war`s bisher. Dass die eigene Software das System zum Wanken brachte, hatte ich nicht in Betracht gezogen.

Also machte ich mich auf die Suche nach geeigneten BackUp-Lösungen. Mit einer relativ schnellen Internetleitung von 50 Mbit/s Download- und ca. 10 Mbit/s Uploadgeschwindigkeit liebäugelte ich von Anfang an mit einer cloudbasierten Lösung. Voraussetzung waren ein relativ großer, möglichst unbegrenzter Speicherplatz, die Möglichkeit einer selektive Dateiauswahl und selbstverständlich spielte auch der Preis eine entscheidende Rolle. Meine Wahl fiel auf das Business-Modell von Dropbox. Unbegrenzter Speicherplatz für 18 Euro pro Nutzer bei einer monatlichen Kündigungsmöglichkeit hörten sich nicht schlecht an. Allerdings wird ein Mindestkontingent von 3 Nutzern vorausgesetzt. Soweit die Theorie. Nach Vertragsabschluss begann ich sofort mit dem Datenupload aktueller Projekte. Der Vorteil der Dropbox ist, dass die Dateien sowohl Online als auch Offline auf einer internen Festplatte zur Verfügung stehen. Und um Speicherplatz zu sparen, kann man in den Dropbox-Einstellungen über die selektive Synchronisation bestimmen, welche Dateien tatsächlich auf der Festplatte zur Verfügung stehen sollen. Nach ca. einer Woche waren die meisten wichtigen Daten „cloudgesichert“. Klar dauert der Datenupload insbesondere bei Videodateien relativ lange, ich kann aber trotzdem bereits während des Uploads auf die Dateien zugreifen und damit arbeiten.
Nach mehreren Wochen unbekümmerter Datensicherung erhielt ich plötzlich die Meldung, dass mein Speicherkontingent fast aufgebraucht sei. Die nette Dame vom Dropbox-Support erklärte mir anschließend, dass „unbegrenzt“ natürlich nicht bedeutet, dass ich tausende von Terrabyte nutzen könne. Irgendwann sei halt auch mal Schluss. Meinem Einwand, dass die Werbung dann schlichtweg gelogen sei, konnte sie nicht widersprechen. Aber zur Ehrenrettung von Dropbox sei gesagt, dass nach 5 TB nicht wirklich Schluss ist. Ein Anruf beim Support genügt und weitere Terrabytes werden problemlos hinzugefügt. Mein Speicherkontingent beträgt momentan 9 TB. Mittlerweile wurde die Werbeaussage von „unbegrenzt“ auf „so viel, wie Sie brauchen“ relativiert.

Ein von Dropbox hochgelobtes Software-Feature sollte mir in den kommenden Wochen wesentlich mehr Probleme bereiten. Mit der App „Smart Sync“ hat der Nutzer die Möglichkeit bei jeder einzelnen Datei zu bestimmen, ob diese sowohl online als auch lokal oder nur online zur Verfügung stehen sollte.  Im Explorer werden dabei trotzdem alle Dateien angezeigt (im Unterschied zur selektiven Synchronisierung). So behält man, zumindest in der Theorie, immer den Überblick. Allerdings ist es bisher zweimal vorgekommen, dass, ohne mein Zutun, plötzlich sämtliche Dateien auf offline gestellt wurden, was zur Folge hatte, dass alle Videodateien von der lokalen Festplatte gelöscht wurden. Werden dann die offline benötigten Dateien wieder für den lokalen Zugriff markiert, hat Smart Sync einfach entschieden, dass ich dann wohl sämtliche Dateien wieder benötige, was jedesmal meine Festplatte an den Rand ihrer Kapazitäten brachte. Einmal in Gang gesetzt, ließen sich diese Vorgänge auch nicht mehr stoppen. Der Verlust von jeweils zwei Arbeitstagen waren die Folge. Seitdem mache ich im übertragenen Sinne einen großen Bogen um dieses Feature und verwende ausschließlich die selektive Synchronisierung.

Die Einrichtung von sogenannten Team-Ordnern wird als weiteres Feature von Dropbox Business angepriesen. Das ist sinnvoll, wenn Nutzer an einem gemeinsamen Projekt arbeiten und auf eine ständige Datensynchronisation angewiesen sind. Auch das hört sich zunächst ganz gut an, funktionierte zumindest in meinem Fall, allerdings nur begrenzt. Für ein Projekt hatte ich einen „externen“ Kollegen kurzzeitig zum Dropbox-Business-Nutzer ernannt (ich hatte noch einen Nutzer-Account übrig) und einen Team-Ordner angelegt. Der Kollege machte sich nach erfolgreichem Dreh auch umgehend an den Datenupload. Dieser brach aber im Verlauf von mehreren Tagen immer wieder ab, musste teilweise neu gestartet werden (trotz guter Internetanbindung) oder funktionierte überhaupt nicht. Eine Erklärung oder gar eine Lösung hatte der Support auch für dieses Problem nicht parat. Das Ende vom Lied: Die Datenträger wurden per Post verschickt und ich musste die Daten selbst hochladen

Allen Widrigkeiten zum Trotz fällt mein Fazit nach mehr als einem halben Jahr dennoch positiv aus. Die Datensicherung in der Cloud, macht es möglich, dass ich, auch im Falle eines Rechnerausfalls, relativ schnell weiterarbeiten kann. Außerdem werden in der Dropbox gelöschte Dateien ein halbes Jahr lang gesichert und können wiederhergestellt werden.
Der Hersteller der Schnittsoftware zeigte sich im Nachhinein äußerst reumütig, übernahm die volle Verantwortung für den Verlust. Als Gegenleistung darf ich das Programm jetzt ein Jahr kostenlos nutzen. Hätte ich es darauf angelegt, wäre bestimmt „mehr“ drin gewesen. Aber eine persönliche Entschuldigung ohne Ausreden zählt bei mir immer noch etwas und Stress habe ich ohnehin genug.